Was Unternehmen beachten müssen bei Ferienjobs

In wenigen Tagen beginnen in NRW die Sommerferien und damit auch die klassische Zeit für Ferienjobs. Der Aushilfsjob in den Ferien ist nicht nur für Schüler und Studenten attraktiv, die ihren Kontostand aufbessern wollen. Auch für Unternehmen lohnt es sich, Ferienjobs anzubieten – nicht nur, um Engpässe in der Urlaubszeit abzufedern: Wer einen fähigen Ferienjobber für sein Unternehmen begeistert, hat später womöglich einen guten Azubi oder Absolventen an der Hand. Ulrich Kanders, Rechtsanwalt und Geschäftsführer des EUV erklärt, was Firmen und Jugendliche dabei beachten sollten.

„Die Sommerferien stehen vor der Tür und die Unternehmen werden zurzeit verstärkt von Schülern auf der Suche nach einem Ferienjob kontaktiert. Die klassischen Jobs sind dabei für Jugendliche ab 15 Jahren erlaubt – allerdings nur mit Zustimmung der Eltern. Dabei gilt für minderjährige Schulpflichtige bei Ferienjobs eine Höchstarbeitszeit von 20 Tagen im Jahr“, erläutert Kanders.

Allerdings dürfen die Schüler nicht alle Arbeiten ausführen. Unternehmen dürfen Jugendliche unter 18 zum Beispiel nicht ans Fließband stellen und nicht für besonders belastende oder gefahrgeneigte Arbeiten einsetzen. Laut Kanders sind auch die Arbeits- und Pausenzeiten für Ferienjobber relevant: „Hier ist wichtig, dass sowohl die Unternehmen als auch die Jugendlichen informiert sind, was erlaubt ist und was nicht. Unter 18-Jährige dürfen in der Regel nur in der Zeit von 6 bis 20 Uhr beschäftigt werden. Ausnahmen gibt es für die Gastronomie (bis 22 Uhr), mehrschichtige Betriebe (bis 23:00 Uhr) und für Bäckereien und die Landwirtschaft (schon ab 5 Uhr), wenn der Ferienjobber mindestens 16 ist. Pausen müssen bei einer täglichen Arbeitszeit von 4,5 bis 6 Stunden mindestens 30 Minuten, bei einer täglichen Arbeitszeit von über 6 Stunden 60 Minuten betragen.“

Seit 2017 müssen Unternehmer ihren Ferienjobbern mindestens 8,84 Euro pro Stunde Mindestlohn zahlen, wenn die Mitarbeiter 18 Jahre oder älter sind. Der Mindestlohn gilt somit auch für volljährige Schülerinnen und Schüler. Werden Ferienaushilfen als Minijobber angestellt, dann verdienen sie 450 Euro pro Monat. Durch den Mindestlohn ergibt sich daraus umgerechnet eine maximale Arbeitszeit von 50,9 Stunden pro Monat. Gelten Branchenmindestlöhne, müssen Unternehmen dieser Branche auch ihren Aushilfen diesen Branchenmindestlohn zahlen, auch wenn er höher als der gesetzliche Mindestlohn ist.

„Jugendlichen bietet der Ferienjob Gelegenheit, sich im Berufsleben zu probieren und in ein Unternehmen hineinzuschauen. Es besteht immer die Möglichkeit, dass sich daraus etwas Langfristiges ergibt, sei es eine erneute Anstellung als Minijobber in den nächsten Ferien oder ein Ausbildungsvertrag“, meint Kanders abschließend. (Quelle: EUV)